9. 3. 2002
Zwei Dinge will ich gleich vorweg klarstellen.
Erstens: Wir waren nicht
allein - da waren noch gut hundert andere
Tourenskifahrer. Zweitens: Fotos
gibt es diesmal keine. Unser Hof-Fotograf
war nicht mit von der Partie, der
zweite Fotograf hatte nur die Schutzhülle
des Fotoapparates eingepackt und
der dritte Fotograf stieg bei Halbzeit
aus.
Nun aber schön der Reihe nach. Der
Badus war dem Tourenleiter bei
'erheblich' mit so einer grossen Gruppe
zu gefährlich, so dass der Glatten
als Ersatztour zum Zuge kam.
Nicht zehn, aber sieben kleine Negerlein,
die fuhren also zum Parkplatz
beim Kraftwerk im Bisistal, wo wir gerade
noch zwei Plätze fanden. Schon
nach ca 400m fiel der eine Snow-Boarder
aus, weil seine Schneeschuhe nicht
hielten - da waren's nur noch 6. Weitere
100m später ereilte das gleiche
Schicksal auch den andern - da waren's
nur noch 5.
Der Aufstieg - er verlief zuerst im lockeren
Wald - war recht kurzweilig in
einer abwechslungsreichen Landschaft.
Bei der ersten Alphütte konnten wir
eine Gruppe von über zwanzig Deutschen
überholen. Weiter oben auf dem
Rücken erreichten wir die Sonne.
Auf ca 1800m machten wir eine Rast; dort
wo man die Route durch die Steilstufe
einsehen konnte.
Auf ca 2000m entschied sich ein Teilnehmer,
den Rest des Tages auf einem
hübschen Schneerücken zu verbringen
- da waren's nur noch 4. Nach der
Steilstufe wurde die Landschaft alpin.
Bizarre Felsen mit Schneehauben,
Gräben, halb von Wächten überdeckt,
Felsbarrieren - eine wunderschöne
Landschaft. Dann betraten wir das Hochplateau
des Glatten und eine
unendliche Aussicht tat sich vor uns auf.
Der Blick ging vom Spitzmeilen
über Tödi und Clariden zum Urirotstock,
Spannort und bis hinüber zu
Lauteraar- und Schreckhorn. Auf diesem
Gipfel gibt es zum Glück genug
Platz, sodass all die vielen Tourenfahrer
sich niederlassen konnten.
Nach einem sonnigen Mittagessen begannen
wir die Abfahrt durch diese weiten,
fast unberührten Flächen. Im
obersten Teil hätte wohl jeder
Modelleisenbahner seine Freude gehabt
- die Skier fuhren wie in
Bahngeleisen, man hatte kaum Einfluss
darauf. Doch unterhalb ca 2000m war
der Schnee sulzig und fahrbar.
Der spektakuläre Sturz von Theo -
er flog kopfüber 5 Meter durch die Luft
und setzte unter einer Tanne zur Landung
an - jagte uns allen einen
gehörigen Schreck ein, verlief aber
zum Glück glimpflich.
Schlussendlich waren wir alle gesund wieder
bei den Autos. Unsern Durst
stillten wir in einer Beiz in Muotathal
bevor wir die Heimfahrt antraten.
Markus