Skitouren Mändli
(2060m)
und Ross-Stock (2461m)!
11. / 12. Januar 2003
Die Lawinensituation war nicht ganz einfach zu beurteilen. Auch das Institut auf dem Weissfluhjoch meldete eine eher komplizierte und kleinräumig unterschiedliche Lage. Nach dem Studium der Karten entschied der Tourenleiter, dass diese Tour zu machen sei. Erstmals dabei war Patrick Vogt, ebenfalls mit von der Partie waren Matthias, Theo, Martin, Gilbi, Bäre und der Tourenleiter.
Die Fahrt zum Ausgangspunkt der Tour im
Pörterwald liess uns nervös werden - in Giswil noch immer grüne
Wiesen. Nun setzte aber leichter Schneefall ein und je mehr wir an Höhe
gewannen, umso winterlicher wurde die Landschaft. Kurz vor Beginn der Dämmerung
begannen wir unsern Aufstieg. Bis zur Alp Hinter Brosmatt ging es auf der
Strasse bergwärts, immer noch begleitet von Schneefall. Nun kam noch
der Nebel dazu. Dieser wurde oberhalb Lengegg (1538m) zu einer undurchdringlichen
Suppe, sodass unser Orientierungssinn ziemlich gefordert wurde. Der Tourenleiter
führte die Gruppe denn auch in ein zwar hübsches, aber reichlich
enges Couloir, das wir sobald als möglich wieder zu verlassen suchten.
Dann hörten wir durch den Nebel das
summende Geräusch der Corona-Entladung der Hochspannungsleitung, was
uns einen Hinweis gab, dass wir in der richtigen Gegen waren. Ein paar
Schritte später hatten wir das Nebelmeer hinter uns gelassen und wir
standen in der sonnendurchfluteten, oberen Hälfte der Welt. Der Aufstieg
führte uns gleichmässig auf den Grat und diesem folgten wir bis
zum Vorgipfel, manchmal etwas nach links und manchmal etwas nach rechts
ausweichend.
Auf dem Vorgipfel genossen wir kurz die herrliche Rundsicht, bevor wir unsern "Alpino" anstimmten. Die Arbeit war jedoch noch nicht getan - der eigentliche Gipfel wartete noch auf uns. Über den schmalen Firngrat und ein paar Felsen erklommen wir auch diesen. Zurück auf dem Vorgipfel stärkten wir uns und beobachteten das Treiben auf den Skipisten von Lungern-Schönbühl zu unsern Füssen.
Ein genaues Studium der Schneelage bis zur Obergrenze des Nebels bewog uns, auf einer andern Route abzufahren, als wir aufgestiegen waren. Der Schnee war herrlich und die Hangneigung optimal, ein wahrer Genuss, der sogar Martin einen Jauchzer entlockte. Leider tauchten wir irgendwann wieder in den Nebel ein und hatten ab da einen Kompass-Parcour zu absolvieren. Trotzdem gelangen immer wieder ein paar schöne Schwünge.
Der letzte Abschnitt auf der Strasse war ein echter Ski-Killer, der Split unter der dünnen Schneedecke grub sich mit eckelhaftem Geräusch in den Belag. Bäre hatte bei einem ungeplanten Parkmanöver am Strassenrand sogar den Bruch seiner Brille zu beklagen - er trug diese in der Tasche, nicht am Kopf.
Bei der Übungsbesprechung im Cafe Träumli in Giswil kamen wir zum Schluss, dass es eine so schöne Tour bei so optimalen Verhältnissen war, dass man am Sonntag am besten nochmals eine anhängen sollte.
Gesagt getan.
Um halb sieben standen am Sonntagmorgen Theo, Martin, Bäre und der Tourenleiter bei der Seilbahn am Chäppeliberg im Riemenstaldental, um Richtung Ross-Stock aufzubrechen. Als die Seilbahn die Nebeldecke durchbrach, leuchtete ein riesiger Sternenhimmel über uns.
Während unseres Aufstieges wurde für uns eine Dämmerung aufgeführt, die wohl jedes Naturfreunde-Herz höher schlagen liess. Unten das schier unendliche Nebelmeer, darüber ein blauer Streifen Horizont und oberhalb wölbte sich der Himmel in rosa Farben - unglaublich. Lange Pausen wurden nicht eingeschaltet - bei 17 Grad unter Null ist jeder froh wenn er sich bewegen kann. In Gipfelnähe blies ein Wind, der die schon tiefe Temperatur noch eisiger erscheinen liess. Die letzten 50 Höhenmeter oberhalb des Skidepots waren gut zu gehen und bald konnten wir uns auf dem Gipfel die Hand schütteln und ein "Berg frei" zurufen.
Im Windschatten genossen wir unsere Wegzehrung, bevor wir uns wieder auf die Abfahrt machten. Der Schnee war nicht schlecht, aber schon sehr stark zerfahren. Kurz oberhalb der Spilauhütten setzten wir uns an einer windgeschützten Stelle nochmals bequem in den Schnee und genossen die warmen Sonnenstrahlen.
Gut gelaunt und gesund liessen wir in der warmen Stube des Restaurants in Riemenstalden zwei schöne Tage nochmals Revue passieren.
Allen herzlichen Dank für die gute
Kameradschaft,
Markus (der Tourenleiter)