Eine
Tour der Naturfreunde Maiengrün
Wildhorn (3247m)
16. / 17. Juli 2005
Wir hatten Glück - die
für Samstag gemeldeten Niederschläge fanden nur während
der Fahrt in die Lenk statt. Schon die herrliche Landschaft des
Simmentales stimmte uns auf die bevorstehende Tour ein. Zwischen Lenk
und Iffigenalp brachte die staubende Gischt der Iffigfälle etwas
Kühlung.
Auf der Iffigenalp liessen wir das
Auto stehen (André hatte uns hierher gefahren). Unser
Mittagessen genossen wir etwas weiter hinten im Tal im Schatten des
Waldrandes. Die Blumen am Wegrand lenkten uns etwas von den drohenden
Wolken ab, die sich immer wieder am Himmel auftürmten. Alpen
Süssklee, quirlblättriges Läusekraut, Enziane in blau
und gelb, Alpen-Astern und Männertreu waren anzutreffen, um nur
einige herauszupicken. Die Wildhornhütte SAC sahen wir das erste
mal, als wir den Aufstieg über die Eggen hinter uns hatten und den
Iffigsee erreichten. Das Wasser des Sees schimmerte smaragdgrün
und war so herrlich anzusehen, dass wir am liebsten länger hier
verweilt wären. Doch das Wetter trieb uns vorwärts.
Nach 2 1/2 Stunden erreichten wir
trocken die Hütte. Wir, das sind Mimi und André, Gilbert
und der Schreibende. Dass in dieser Hütte die Zeit der
brettartigen Wolldecken vorbei ist und nun alle mit einem Duvet
schlafen, nahm Mimi frohlockend zur Kenntnis. Vor dem Nachtessen
genossen wir die schöne Lage der Hütte, inspizierten den
morgigen Aufstieg, bestaunten die riesigen Geröllhalden,
bestimmten Blumen und - löschten unsern Durst.
Um 05:00 Uhr gab es
Frühstück (wer mehr über André's nächtlichen
Kontakt mit der fremden Bettnachbarin wissen will, soll ihn doch bitte
selber fragen!!!). Um 05:30 Uhr marschierten wir los. Über die
steile Moräne, auf der uns ein guter Weg unter dem Chilchli vorbei
führte, erreichten wir den Tungelgletscher. Erschreckend war, dass
zu dieser frühen Stunde bereits riesige Bäche über und
aus dem Gletscher flossen. In der Nacht hatte keine Abkühlung
stattgefunden! So werden unsere Gletscher bestimmt nicht grösser.
Nach dem Anseilen stiegen wir mit den Steigeisen an den Füssen
sicher über die erste steile Rampe hinauf. Über einen kleinen
Sattel betraten wir den Glacier de Téhénet. Die
Schneeverbindung zwischen den beiden Gletschern ist nur noch einige
Meter breit, wo die Karte noch eine vereiste Breite von mehreren
hundert Metern angibt. Gletscher ade!
Mit jedem Meter, den wir höher
stiegen, sahen wir weiter ins Tal hinunter, bis wir schlussendlich die
Rhone erkennen konnten. Auch die Bergbahnen von Crans Montana waren
schräg hinter uns sichtbar. Um 08:45 betraten wir den Gipfel des
Wildhorn. Die Sicht in die Walliser-Berge war durch Dunst getrübt,
doch lohnte sich auch der Blick in die umliegenden Täler und -
besonders schwindelerregend - hinunter zur Wildhornhütte. Dann
erklang das Lied Alpino. In den Gesichtern war die Freude zu lesen.
Ziemlich schnell überliessen wir den Gipfel wieder den eisigen
Winden. Erst weiter unten war es gemütlich genug für unser
Znüni.
Auf dem Abstieg war der Schnee schon
stark aufgeweicht und die zugeschneiten Gletscherspalten liessen
grüssen. Um 11:00 Uhr waren wir bereits wieder in der Hütte
und löschten unsern Durst. Natürlich wanderte der Blick immer
wieder hinauf zum bezwungenen Gipfel.
Der Abstieg zur Iffigenalp war wie
von Bucheli und Co. angedroht eine ziemlich warme Sache und der
Schweiss floss in Strömen. Um den neuerlich aufkeimenden Durst zu
ertränken, machten wir auf der Heimfahrt in Weissenburg nochmals
Halt.
Meinen Bergkameradinnen und -kameraden herzlichen Dank. Es war ein schönes Wochenende,
Markus